Armin Wolf und die Objektivität

Armin Wolf zeigt sich dieser Tage auf Twitter höchst erfreut über eine Strafanzeige der Wochenzeitschrift Profil gegen die FPÖ-Homepage „unzensuriert.at“. Dort wurde auf unterstem Niveau gegen die Profil-Journalistin Christa Zöchling hergezogen, was selbstverständlich abzulehnen ist.

Vorausgegangen war dieser Hetze allerdings ein Artikel Zöchlings im Profil vom 6.9.2015, in dem sie über die Besucher einer FPÖ-Veranstaltung am Viktor Adler Markt in Wien so herablassend und beleidigend schreibt, dass der Presserat sie bzw. das Profil wegen Verstoßes gegen Punkt 7 des Ehrenkodex (Schutz vor Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung) verurteilte.

Zitat aus Zöchlings Artikel: „Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte, unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe.“

Genauso wie die Hetze auf der FPÖ-Seite abzulehnen ist, ist es auch der von Zöchling angewandte Stil der medienöffentlichen Pauschalverurteilung und Diffamierung einer ganzen Wählergruppe. Beides sollte in Österreich keinen Platz haben!

Damit habe ich Armin Wolf konfrontiert und ihn um seine Meinung zu besagtem Profil-Artikel gebeten. Was darauf folgte, ist in dreierlei Hinsicht interessant:

  • Eine Distanzierung Wolfs zu einem solchen Stil gibt es nicht. Einzig ein „Muss man echt nicht gut finden (…)“ war ihm zu entlocken, was allerdings auch impliziert, dass man Zöchlings Artikel sehr wohl gut finden kann.
  • Laut Wolf macht es einen Unterschied, ob man eine „anonyme Gruppe von FPÖ-Sympathisanten“ verunglimpft oder eine konkrete Person. Das eine ist offenbar akzeptabel, das andere nicht. Der Presserat sieht das Gott sei Dank anders.
  • Wolf, der bei der Behandlung seiner Interviewpartner mitunter wenig zimperlich ist, reagiert bei sich selbst dann doch mimosenhaft und untergriffig. Und gibt natürlich keine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage.

Bleibt nur mehr eine Frage: Was würde Wolf sagen, wenn sich ein Lehrer in einem Zeitungsinterview über seine Schüler im Stile Zöchlings äußert?

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Ein Kommentar zu “Armin Wolf und die Objektivität

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