Gesamtschule und Demokratieverständnis

Es ist schon eine besondere Art von Demokratieverständnis, wenn sich die Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader zur Forderung versteigt, gesetzlich verankerte Mitbestimmungsrechte von Eltern, Schülern und Lehrern bei der Einführung von Schulversuchen einfach abzuschaffen, nur weil die Schulpartner ihren unausgegorenen Gesamtschulphantasien nicht folgen wollen (siehe dazu einen Artikel im Standard vom 6.10.2015).

Palfrader liefert damit ein Paradebeispiel dafür, wie realitätsfern die Politik agiert. Denn der einzige nachweisbare Effekt der Modellregion im Zillertal ist der, dass die nächstgelegenen Gymnasien in Schwaz einen hohen Zustrom an Schülern aus der Modellregion verspüren, diesen aufgrund von Platzmangel nicht bewältigen können und so vielfach Kinder mit Gymnasialreife abweisen müssen.

Wenn also Palfrader schon auf die Meinung der Betroffenen pfeift, so könnte man doch annehmen, dass sie zumindest Beschlüsse ihrer eigenen Partei respektiert. Doch auch hier weit gefehlt! Die Beschlüsse des heurigen Bundesparteitages der ÖVP scheinen an ihr spurlos vorüber gegangen zu sein.

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