Damals wie heute

In wenigen Tagen beginnt ein Schuljahr, das uns vor große Herausforderungen stellen wird. Ähnlich wie in den 1990er Jahren im Zuge des Balkankriegs werden auch heuer tausende Flüchtlingskinder, ohne Sprachkenntnisse und von schrecklichen Erlebnissen traumatisiert, in die Schulen kommen.

Damals wie heute werden diese Kinder zwar die deutsche Sprache relativ schnell lernen, jedoch an ihren seelischen Verletzungen noch lange laborieren oder sie gar ein Leben lang nicht überwinden. Damals wie heute werden Eltern die neuen Freunde ihre Kinder herzlich aufnehmen und so ein Zeichen von Mitmenschlichkeit setzen. Damals wie heute wird es für diese Kinder aber leider zu wenig Unterstützung durch Sozialarbeiter und Schulpsychologen geben. Damals wie heute müssen diese Aufgaben daher so gut wie möglich von engagierten Lehrerinnen und Lehrern wahrgenommen werden. Denn damals wie heute liegt Österreich beim schulischen Unterstützungspersonal international an letzter Stelle.

Nicht, dass dieser Missstand gänzlich neu wäre. Die Lehrerschaft weist seit vielen Jahren lautstark darauf hin. Doch anscheinend müssen erst Krisen wie die derzeitige Flüchtlingswelle passieren, bis Politik, Medien und Gesellschaft beginnen nachzudenken. Auch wenn es für die Bewältigung der gegenwärtigen Situation zu spät ist, so bleibt doch die Hoffnung, zukünftig ein Umdenken zu erreichen. Denn die nächste Krise kommt bestimmt.

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