Der Barwert und die Realität

Die ehemals glücklose Managerin der notverstaatlichten Kommunalkredit und nunmehrige Unterrichtsministerin Schmied versucht sich wieder einmal in der Finanzmathematik. Frühere Gehälter sollen bei Lehrern stärker berücksichtigt werden als spätere. So weit, so gut – wenn man voraussetzt, dass Junglehrer das Geld eben nicht für Wohnraumschaffung und Familiengründung ausgeben, sondern auf das Sparbuch legen.

Interessant wird die Sache allerdings, wenn man den Zinssatz betrachtet. Während die Zinsen für Sparprodukte schon die längste Zeit auf Talfahrt sind und selbst die Republik Österreich auf http://www.bundesschatz.at für 10-jährige Papiere (!) gerade einmal 1,5% netto p.a. bietet, lässt sich Schmied bei ihren Berechnungen nicht lumpen und legt 4% p.a. ihrer Barwert-Methode zugrunde.

Der Blick auf das Schicksal der Pleitebank Kommunalkredit lässt berechtigte Zweifel an den finanzmathematischen Fähigkeiten Schmieds aufkommen. Klar wird durch diesen Vergleich aber auch, dass seriöse Lehrervertreter bei solchen Zahlenspielereien, fern jeglicher Realität und noch dazu auf Kosten der jungen und zukünftigen Kollegen, nicht mitmachen werden!

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Betrug an Eltern und Schülern

Sehr geehrte Frau Pircher!

Der fehlende Personaleinsatz von AHS-Lehrern in der Neuen Mittelschule soll nun allen Ernstes Schuld an deren Akzeptanzproblem bei den Eltern sein?! Gerade die Lehrer jener Schulart, die man in Tirol am liebsten heute als morgen abgeschafft wissen möchte, sollen nun für ein Mehr an Unterrichtsqualität in der NMS sorgen? Und genau jene solide, universitäre Lehrerausbildung, die für diesen angeblich notwendigen Qualitätsschub an den NMS sorgen soll, möchte man gleich gemeinsam mit dem Gymnasium abschaffen und durch eine Einheitslehrerausbildung ersetzen? Das entbehrt doch jeglicher Logik!

Dabei tut man den Kollegen in der NMS höchst Unrecht, wenn man tatsächlich glaubt, ausschließlich der Einsatz von AHS-Lehrern ließe das Projekt NMS gelingen. Im Gegenteil! Als AHS-Lehrer habe ich vor der Arbeit meiner Kollegen in der NMS höchsten Respekt. Nur: Die Anfordernisse an NMS und AHS sind nun einmal grundverschieden, daher macht nur eine gleichwertige, aber sicher nicht gleiche Lehrerausbildung Sinn. Und daher steht auch der zwingend vorgeschriebene AHS-Lehrer-Einsatz in der NMS in Frage. Ungleiches gleich zu behandeln ist ein pädagogischer Kardinalfehler!

Wenn Sie jene Lehrer als „fortbildungs- und reformresistent“ brandmarken, die die Problematik rund um die NMS schon längst – auch vor den Medien – erkannt haben, steckt wohl nur eine Ideologie dahinter: Was nicht sein soll, darf nicht sein. Daher weg mit der AHS, her mit der gemeinsamen Schule und obendrauf den Einheitslehrer vom Kindergarten bis zur Matura … Aber wäre dies nicht ein noch viel größerer Betrug an Eltern und Schülern?

Link zum Artikel: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130504_OTS0049/tiroler-tageszeitung-leitartikel-betrug-an-eltern-und-schuelern-von-liane-pircher-ausgabe-vom-5-mai-2013